Jahresbericht des Vorsitzenden des Kirchenvorstands am Sonntag Trinitatis, 19. Juni 2011

    Gemeindeversammlung 2011, Bericht des Vorsitzenden

 

       Unsere Gemeinde hat im Augenblick etwa 7.500 Mitglieder in beiden Ortsteilen.

       Im Januar waren es 7.542 . Ein halbes Jahr zuvor sind es 7.570 gewesen.

       Die genaue Zahl der BewohnerInnen in Arsten und Habenhausen ist mir nicht

       bekannt, ich kann also den prozentualen Anteil der Gemeindeglieder an der

       Einwohnerschaft nicht angeben. Die Kirchenaustritte haben sich gegenüber ihren

       Hochzeiten zur Einführungd es Soli etc. erheblich reduziert: 62 Mitglieder unserer

       Gemeinde sind im Jahre 2010 aus der Kirche ausgetreten. Davon 29 in

       Habenhausen und 33 in Arsten. Demgegenüber stehen 20 Wiedereintritte. Per

       Saldo hat die Gemeinde also in einem Jahr 42 Mitglieder durch Austritte verloren.

       Das sind etwa 0,6 %. Die Mitgliederlage ist also relativ stabil. Das zeigt auch eine

       Prognose, die die BEK anläßlich einer Kirchensteuerschätzung erstellt hat: Diese

       Prognose rechnet damit, dass die Gemeinde Arsten/Habenhausen in den

       kommenden 30 Jahren zu den mitgliederstabilsten Gemeinden in Bremen

       überhaupt gehören wird. Allerdings: Wer weiss schon, ob die Prognose richtig 

       liegt?

 

1. Geistliche Aktivitäten

1.1.           Amtshandlungszahlen

Wie in jedem Jahr haben die Pastoren wieder allerhand Amtshandlungen vollzogen. Geheiratet haben in unseren beiden Kirchen im verg. Jahr 10 Paare. Es scheint eine deutliche Tendenz zu geben: Die Anzahl kirchlicher Eheschließungen nimmt ab. Getauft worden sind  45 Kinder, 15 Konfirmanden und  3 Erwachsene (Diese Zahlen gelten für 2010).  Konfirmiert wurden in beiden Kirchen insgesamt 106 Jugendliche. Hier liegt die Vergleichszahl für das Jahr 2011 bereits vor: In diesem Jahr sind insgesamt 79 Jugendliche konfirmiert worden. Ob hier eine Tendenz vorliegt, oder eine zufällige Entwicklung, müssen die kommenden Jahre zeigen. Beerdigt haben wir  69 Schwestern und Brüder. Es werden also die Todesfälle durch Taufen nahezu aufgewogen.

 

1.2.           Konfirmandenunterricht

Der Konfirmandenunterricht findet in beiden Ortsteilen statt. Dabei hat es in diesem Jahr nur eine Konfirmation in Habenhausen gegeben, dagegen drei/vier  in Arsten. Augenblicklich gibt es, nach dem Ausscheiden der Hauptkonfirmanden, nun  4 Konfirmandengruppen mit insgesamt  74 Konfirmanden. Davon werden in Habenhausen 2 Gruppen unterrichtet (43 Konfis) und 2 in Arsten (31 Konfis). In Habenhausen sind bei den jüngsten Anmeldungen bislang 25 Jugendliche zum Unterricht angemeldet worden. Das sind drei mehr, als im sehr schwachen Vorjahr. Allerdings läuft die Anmeldefrist noch bis zum 24. Juni.

 

1.3.             Gottesdienste.

Die Gottesdienste finden in der Regel in beiden Kirchen parallel statt (Ausnahme: Ferien). An Großen Festen wechseln sie normalerweise zwischen Arsten und Habenhausen, so, daß in einer Kirche am 1. Festtag gefeiert wird, in der anderen am 2. Der Gottesdienstbesuch liegt bei etwa 1-2 % der Gemeindemitglieder. Er hat sich damit eher ein bisschen verbessert, seitdem wir zwei Kirchen haben. Bei den zahlreichen besonderen Gottesdiensten, etwa zu Heiligabend, Schiffergottesdienst, Osternacht, Himmelfahrt/Pfingstmontag, Kunterbunter Kindermorgen, Familiengottesdiensten, plattdeutscher Gottesdienst, liegt die Zahl der Gottesdienstteilnehmer z.T. erheblich höher. Eine besondere Erfolgsgeschichte sind die monatlichen Jugendgottesdienste am Donnerstagabend unter dem Namen „You Go“, in denen Jugendliche für Jugendliche Gottesdienste planen und durchführen und dies mit so großem Erfolg, dass selbst die Paulusgemeinde schon des öfteren eine Delegation entsandt hat.

 

1.4.           Kirchenmusik.

Neben der Arbeit der Kantorei und des Gospelchors ist hier auf einige Veränderungen/Erweiterungen hin zu weisen: Die Band „Himmlisch“ ist durch Wohnortwechsel etlicher Bandmitglieder nur noch selten zusammen. Sie wird finanziell von der Gemeinde auch nicht mehr unterstützt. Neu etabliert hat sich, überwiegend durch die Arbeit von Falko Wermuth, der dafür nicht bezahlt wird, und unserm Diakon Werner Drews, eine Nachwuchsband mit Namen „Crossroads“, die schon einige erfolgreiche Auftritte, z.B. bei den „You-Goes“, bei Konfirmationen, beim Maibaumaufstellen und bei der Wallfahrt am Pfingstmontag, absolviert hat. Falko Wermuth erhält für seine Projektarbeit im Bereich der Jugendmusik, insbesondere für sein „Projekt Osternacht“ in Habenhausen € 500.- im Jahr von der Habenhauser Schaffergesellschaft und € 100.- von der Gemeinde. Dafür leistet er tolle Arbeit!

 

Neu ist, dass der Bläserchor/Posaunenchor, der bisher quasi als selbstständiger, ehrenamtlicher Chor in unserer Gemeinde Gaststatus besass, nun zu unserem Gemeinde-Bläserchor geworden ist. Er wird seit jüngstem geleitet von Maike Marschalk, die auch versuchen wird, eine Jugendbläserarbeit auf zu bauen. Die entstehenden Kosten von € 180.- im Monat teilen sich die Mitglieder des Chores, die monatlich zusammem € 100.- übernehmen, und die Kirchengemeinde Arsten/Habenhausen, die monatlich € 80.- übernimmt.

 

Gaststatus in unserer Gemeinde genießen augenblicklich die „Arster“ (früher:Arster Blasmusik), die Mittwochs im Habenhauser Gemeindezentrum kostenlos proben und dafür hin und wieder einmal zu gemeindlichen Anlässen spielen, sowie die „Uni-Bigband Bremen“, die montags probt und einmal im Jahr ein Benefizkonzert gibt. Hier wird also in der Gemeinde musiziert, ohne dass es uns etwas kostet. Musikunterricht wird in den Gemeinderäumen ebenfalls erteilt.

 

Wie Sie sicher gehört haben, ist die Aufenthaltsgenehmigung für die Habenhauser Organistin, Frau Na, im Januar verlängert worden. Da haben sich einige in der Gemeinde für ins Zeug gelegt, entsprechend groß war die Freude! Die Schaffergesellschaft hat der Gemeinde angeboten, zunächst befristet für ein Jahr, die Kosten für die Chorleitung eines kleinen Gottesdienstchores zu übernehmen, wenn die Gemeinde einen solchen Chor für Habenhausen einrichten würde und Frau Na dafür einstellen würde. Dieser Chor ist gegründet worden und hat das Ziel, den Gemeindegesang im Gottesdienst zu unterstützen und zu fördern. Er ist nicht als Konzertchor geplant, sondern soll ausdrücklich die Gottesdienstliche Musik stärken. Er besteht momentan aus 8 Mitgliedern und singt meist zweimal monatlich. Die Kosten von € 2.400.- im Jahr trägt die Schaffergesellschaft.

 

1.5.           Gemeindegespräche mit Paulus

Nach jahrelangem Nebeneinanderher hat es, u.a. auf Anregung des neuen Vikars der Paulusgemeinde, Marcus Zobek, mehrere Gesprächsrunden zwischen der freikirchlichen Paulusgemeinde und unserer Gemeinde gegeben. Zunächst im Rahmen der Jugendmitarbeiter, zuletzt zweimal auf Pastorenebene. Geplant sind öffentliche Gemeindegespräche im September unter dem Titel: „Was trennt – was verbindet. Gespräche über die Rechtfertigung.“ Am 15. September in der Paulusgemeinde und am 22. September in der Simon-Petrus-Kirche wird es dazu eineinhalbstündige öffentliche Veranstaltungen unter Beteiligung möglichst aller Pastoren und vieler Gemeindeglieder (besonders der Jugend!) geben. Nebenbei bemerkt: Die Paulusgemeinde möchte gerne, durch Öffnung zu uns hin, ihren Charakter als irgendwie nicht ganz so offizielle Kirche im Ortsteil loswerden (Anregung Bröckel zu gemeinsamen Besuchen im Neubaugebiet Deichland). Es ist sehr zu begrüßen, dass wir diese Gespräche nun aufnehmen, aber man wird sich nicht darüber täuschen dürfen, dass im Blick auf die Taufe/Wiedertaufe und das Schriftverständnis erhebliche Lehrunterschiede zwischen beiden Gemeinden vorliegen. Mal sehen, welche Rolle das spielen wird und wie es gelingt, darüber in ein echtes Gespräch zu kommen.

 

1.6.             Gespräche über den Glauben.

Das Bibelseminar gibt es nach über 15 Jahren nicht mehr. Stattdessen laufen nun die „Gespäche über den Glauben“, die sich für einen überschaubaren Zeitraum mit einem Thema, wie z.B. der „Taufe“ beschäftigen. Es ist noch nicht gelungen, den Teilnehmerkreis wesentlich zu erweitern.

 

1.7.           Erwachsenentaufen.

In diesem Jahr sollen gezielt Erwachsene angesprochen werden, die getauft werden wollen. Pastor Schulken hat einen diesbezüglichen Artikel für die Gemeindezeitung geschrieben. Der ins Auge gefasste Taufsonntag wird der 30. Oktober sein. Dann sollen im Gottesdienst in Habenhausen die Taufwilligen getauft werden. Vorbereitend wird es ein „Taufseminar für Erwachsene“ geben, dass die Pastoren Dr. Schulken und Lohse am 6./13./ und 20. Oktober durchführen werden.

1.8.           „Jahr der Taufe“

Zum von der EKD ausgerufenen „Jahr der Taufe“ gibt es in unserer Gemeinde eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem Sakrament der Taufe. Die neuste Ausgabe der Gemeindezeitung setzt da ihr theologisches Schwerpunktthema, die Konfirmation in Habenhausen am 29. Mai hatte ihren geistlichen Schwerpunkt in der Besinnung auf die Taufe und im nachgeholten Taufbekenntnis der Konfirmanden. Andachten in KV und GV haben das Thema mehrfach akzentuiert, die Gespräche mit der Paulusgemeinde und der eben skizzierte Plan, Erwachsenentaufen bewusst zu fördern haben ebenfalls einen Anstoss von diesem Jahresmotto erhalten. Am Reformationstag wird es eine Reformationsandacht geben, in dem die beiden theologischen Erzväter der Reformation, Luther und Calvin auf ihre Position befragt werden. Möglicherweise wird aber auch Karl Barth als Kirchenvater des 20. Jahrhunderts zu Wort kommen. Er spricht sich nämlich bereits am Ende der 1960er Jahre dezidiert gegen die Kindertaufe aus und nennt deren Praxis „höchste Unordnung“.

 

2. Gesellschaftliche Aktivitäten

2.1.           Schaffermahl.

Hier sei  nur kurz beleuchtet, dass in diesem Jahr das 10. Habenhauser Schaffermahl mit Rekordbeteiligung und Rekordspendenergebnis statt fand. Bislang hat sich diese Veranstaltung einen weit über Obervieland hinausgehenden Ruf erarbeitet, der wiederum zum guten Ruf unserer Gemeinde in Bremen als einer aktiven, kreativen und innovativen Gemeinschaft beiträgt.

 

2.2.           Maibaum

Ganz anders, als das eher elitäre Schaffermahl, handelt es sich beim Maibaumaufstellen um eine volkstümliche Veranstaltung mit Freibier und Blasmusik, die von Jahr zu Jahr besser angenommen wird und eine Menge Gäste und Schaulustige, übrigens auch über den Bereich unserer Gemeinde hinweg, anzieht. So waren beim diesjährigen Maibaumaufstellen die lokalen Bürgerschaftskandidaten anwesend, weil sie nicht versäumen wollten, sich vor der Wahl noch einmal zu zeigen.

 

2.3.           Habenhauser Frieden.

 Im vergangenen Jahr hat mit dem Arster Feuerwehrhauptmann Ewald Stehmeier zum vierten Mal ein verdienter Ehrenamtlicher den Habenhauser Friedenspreis als undotierte Anerkennung erhalten. Die Schaffergesellschaft vergibt diesen Preis an Männer und Frauen, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen für den Zusammenhalt in der Gesellschaft und damit für den gesellschaftlichen Frieden engagieren. Nach dem letztjährigen lokalen Preisträger geht der Friedenspreis in diesem Jahr an Helmut Hafner: „Helmut Haffner…(hat) in unserer Vaterstadt (wenn auch nicht ehrenamtlich, sondern in beruflicher Funktion als senatorischer Mitarbeiter) die „Nacht der Jugend“, jeweils am 9. November im Rathaus, den „Runden Tisch der Religionen“ und das „Friedensgebet der Religionen“ initiiert… und, als dessen Spiritus Rector, am Laufen (gehalten).“  Da der Preisträger am 9. November mit seiner „eigenen“ Großveranstaltung, der „Nacht der Jugend“ im Bremer Rathaus beschäftigt ist, musste die Veranstaltung auf den 23. November verlegt werden. Bereits am 24. Mai konnte Altcollectarius Kniemeyer nach Gespräch mit H. Haffner mitteilen, dass dieser sich „über die Ehre der Preisverleihung sehr freut!“. Damit scheint der Habenhauser Friedenspreis tatsächlich einen Schritt in Richtung gesamtbremischer, und nicht nur lokaler, Relevanz genommen zu haben.

 

2.4.           Stiftungscafé

Das Stiftungscafé findet am 1. und 3. Sonntag im Monat statt, von April bis September. Schwierig ist die Beschaffung von Kuchen. Ansonsten läuft es wie gehabt. Man muß die Saison auch erst abwarten.

 

2.5.             800 Jahre Arsten.

Ein weiterer Schwerpunkt gesellschaftlicher Aktivität in diesem Jahr. Die Kirchengemeinde beteiligt sich unter anderem am Festumzug und an zahlreichen Stellen im umfangreichen Festprogramm.

 

2.6.           Erntedankumzug

Auch für dieses Jahr ist wieder ein Festumzug am in Arsten Südwest und Altarsten geplant.

 

2.7.           Jahresempfang

Anfang des Jahres lädt die Gemeinde alle Vereine, Kirchengemeinden, Schulen und gesellschaftlichen Institutionen zu einem „Jahresempfang“ ein. Dabei berichten zwei VertreterInnen über ihre Institution. Ansonsten sitzt man zusammen, redet miteinander, kurz: Betreibt „networking“.

 

2.8.           Adventsmarkt

Nachdem im verg. Jahr, durchaus auch gegen erhebliche Bedenken, der Termin des bisherigen Basars vom Sonnabend vor Todensonntag auf den 1. Adventssonntag verschoben wurde, soll es auch in diesem Jahr bei dem neueingeführten Termin bleiben.

 

3. Finanzen

3.1.           Saldo.

Die Interpretation der Finanzsituation der Gemeinde ist sicherlich abhängig vom Betrachter. Der Schatzmeister Arnulf Schwake sieht die Lage naturgemäss immer etwas skeptischer, als ein Pastor, wie ich es bin. Das hat sich auch bei der Haushaltsdebatte in der Gemeindevertretung gezeigt, die öffentlich war und die ich deshalb hier jetzt nicht im Einzelnen darlegen will. Nur einige Hinweise sollen Ihnen die aktuelle Situation der Gemeindefinanzen verdeutlichen:

 

Die Kirchengemeinde verfügt zum 31.12.2010 über eine Kapitalrücklage von € 1.161.722,84 Das ist eine Menge Geld, vor allem , wenn man bedenkt, wie viele Kirchengemeinden in Bremen, insonderheit solche, die in der Wiederaufbauphase nach dem Kriege neu gegründet worden sind, über keinerlei finanzielle Polster verfügen. Allerdings: Dieser Kapitalstock wirft, selbst bei einer Verzinsung von 2 % (was augenblicklich viel ist) nur etwa € 23.200.- im Jahr ab. Wenn wir nicht das Kapital selber angreifen wollen, bleiben uns nur diese € 23.200.- im Jahr zur freien Verfügung. Das ist nicht eben viel und langt augenblicklich für die zahlreichen Aufgaben der Kirchengemeinde nicht hin. Dennoch: Es geht uns, verglichen mit allen Nachbargemeinden, sehr gut und wir verfügen über außerordentliche Spielräume, die sie alle nicht haben. Das ist doch auch ein Grund zur Dankbarkeit und Bescheidenheit.

 

Neben den Erträgen des Gemeindevermögens (Die oben genannten etwa € 23.000.-) erhält die Gemeinde Zuweisungen aus Kirchsteuermitteln von der BEK. Diese betrugen, nach einem besonderen Schlüssel errechnet, im verg. Jahr etwa € 94.000.- Sie lagen damit um € 20.000.- über den Zuweisungen des Vorjahrs. Das hat seinen Grund in der unerwartet guten Wirtschaftslage der Gesamtkirche in Bremen, die zu höheren Ausschüttungen an die Gemeinden geführt hat. Von diesen € 94.000.- hat die Gemeinde im Jahr 2010 nur € 58.000.- ausgegeben. Beinahe € 36.000.- konnten also als Überschuss verbucht werden. Wenn man die Abschreibungen in der Bilanz einmal beiseite läßt (die ja keine tatsächlichen, sondern nur buchhalterische Verluste sind), ergibt sich insgesamt für das Wirtschaftsjahr 2010, trotz Anschaffung einer Photovoltaikanlage in Habenhausen für etwa € 20.000.- als Investition in die Zukunft , ein leichtes Plus von € 17.000.- Das hat es in den letzten Jahren in unserer Gemeinde nicht mehr gegeben und das ist im Kreis der bremischen Kirchengemeinden äußerst selten, dass mit einem positiven Salso abgeschlossen werden konnte.

 

3.2.           Grundstücksverkäufe und –käufe

Da im Jahr 2009 stille Reserven aktiviert und einige Grundstücke der Kirchengemeinde veräußert wurden, ist das Gemeindevermögen augenblicklich hauptsächlich in Wertpapieren (DEKA-Fonds der Sparkasse, „mündelsicher“: € 497.000.-) und Festgeldern (Sparkasse: € 660.000.-) angelegt. Im Zuge einer wünschenswerten Diversifizierung und Risikostreuung haben deshalb Kirchenvorstand und Gemeindevertretung den Kauf der Immobilie „In der Tränke 20“ nach gründlicher Prüfung aller versteckten Kosten und Risiken beschlossen. Der Kaufpreis beträgt € 181.000.-, so daß mit Nebenkosten und evtl. Renovierungsmaßnahmen etwa € 200.000 - 220.000.- dem Kapitalstock entnommen werden. Der Mietzins-Ertrag wird voraussichtlich bei etwa 3 % liegen, damit höher, als bei jeder anderen, derzeit vernünftigen, Geldanlage. Da der Kaufpreis in der Bilanz sofort abgeschrieben wird, wird sich der Kapitalstock der gemeinde im laufenden Jahr auf knapp unter 1 Mio. Euro reduzieren. Das ist immer noch sehr viel Geld.

 

3.3.           Photovoltaik-Anlage

Um die erneuerbaren Energien zu fördern, hat die Gemeinde schon vor Fukushima beschlossen, eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen. In Arsten war das aus baulichen Gründen nicht möglich. So findet die Anlage sich seit Dezember in Betrieb auf dem Dach der Habenhauser Kirche. Die Anlage ist von der SwB gefördert mit etwa € 4.000.- Sie wirft augenblicklich etwa € 260.- im Monat an Erträgen ab.

 

3.4.           Personal

Die Personalsituation in der Gemeinde hat sich deutlich entspannt, da die BEK aufgrund ihrer überraschend guten Haushaltslage im verg. Jahr eine Erhöhung der Personalpunkte um etwa 10 % pro Gemeinde beschliessen konnte. Für unsere Gemeinde bedeutete das eine Erhöhung um 7 Punkte. Die Bürostelle in Habenhausen konnte derart auf 14 Wochenstunden aufgestockt werden und eine neue Stelle für „Aufsuchende Altenarbeit“ konnte eingerichtet werden. Mit 12 Wochenstunden, vorerst befristet auf 2 Jahre, konnte die Gemeinde erstmals seit Jahren eine neue Stelle einrichten. Es war ihr wichtig, hierbei anzuknüpfen, an die aus Kosten- und Sparzwängen vor Jahren erfolgte Einsparung der so wichtigen Arbeit der damaligen Gemeindeschwestern. Die Stelle der Aufsuchenden Altenarbeit wurde besetzt mit Christine Villinger.

 

3.5.           Küsterbruderschaft Habenhausen

Die Habenhauser Küsterin Gisela Heinze hatte gebeten, sie von sonntäglicher Küsterarbeit so weit, wie möglich, zu entlasten. Es wurde daraufhin eine „Küsterbruderschaft Habenhausen“ ins Leben gerufen, deren 7 Mitglieder 2x monatlich den Küsterdienst in den Habenhauser Gottesdiensten ehrenamtlich übernehmen. In Arsten gibt es schon seit langem eine ehrenamtliche Küsterriege.

 

3.6.           Finanzsituation der BEK

Auch die diesjährige Haushaltsdebatte auf dem kirchentag der BEK hat eine unerwartet positive Finanzsituation der Gesamtkirche ans Licht gebracht. Mehr, als € 100 Mio an Rücklagen konnten gebildet werden. Die Vertreter der Gemeinden haben gegen das Votum des Finanz-, des Planungs- und des Kirchenausschusses den Beschluss erwirkt, dass für die kommenden 5 Jahre jeweils € 1 Mio. an die Gemeinden der BEK ausgezahlt wird. Für unsere Gemeinde bedeutet das einen unerwarteten Zuschuss von etwa € 31.000.- jährlich. Damit kann ein großer Teil der für die nächsten Jahre noch zu erwartenden Zinseinbussen abgefangen werden. Wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass sich die finanzielle Entwicklung (zumindest kurzfristig) derart positiv gestalten würde?

 

4. Neues Gemeindeblatt

Nach langer Planung ist das Blatt nun da und hat in seiner ersten Ausgabe allseits positives Echo ausgelöst. Allerdings: Die Ausgabe-Häufigkeit ist erheblich reduziert. So erscheint nur ein Blatt für die Monate Juli-September. Wir werden damit unsere Erfahrungen machen und hoffen auf kritische und hilfreiche Rückmeldungen.

 

5. Gebäude

5.1. Arster Kirchturm

Das Turmdach ist glücklich für etwa € 250.000.- renoviert worden. Die Kosten hat die Zentralkasse der BEK getragen.

 

5.2. Glockenspiel Habenhausen

Auf dem Weg zu einem bespielbaren Musikinstrument  sind für das Habenhauser Glockenspiel am verg. Freitag in Aarle-Rixtel bei Eindhoven 6 neue Glocken gegossen worden. Nun verfügt das Carillon über 24 Glocken. Die Kosten für die Glocken sind von Spendern und von der Schaffergesellschaft übernommen worden. Für die Neuanschaffung eines Steuerungscomputers (der jetzige ist 11 Jahre alt!) haben die BEK und die Kirchengemeinde selbst je etwa 2.500.- übernommen.

 

5.3. Jugendhaus Arsten

Hier gibt es angestrengte Überlegungen zu einer Sanierung bzw. Umnutzung, etwa im Bereich der Krippen-Einrichtung oder des Kindergartens. Pläne von Architekten liegen vor, die BEK würde die Kosten übernehmen. Entscheidend ist, ob die Stadt Bremen eine Ausweitung der Krippen- oder Kiga-Arbeit in Arsten mittragen wird. Ein Planungsgespräch mit dem Landesverband gibt es am 24. August.

 

6. Ausblick und Resümee

Die Gemeinde hat natürlich ihre Schwächen. Manches ist ganz bestimmt nicht so, wie es idealerweise sein könnte und sollte. Dennoch: Sie hat sich in nicht einfacher Zeit als lebendig, lebenskräftig, innovationswillig und mutig gezeigt. Ihre Finanzlage läßt, wenn man denn ein Glas auch mal „halb voll“ sein lassen mag, einen nicht allzu ängstlichen Blick in die Zukunft durchaus zu. Außerdem: „Dominus providebit – Der HERR wird für uns sorgen“

 

Jens Lohse, 15. Juni 2011

 

 

 

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