Das Glockenspiel

 

    Das Glockenspiel der Simon-Petrus-Kirche ist mit 24 Glocken das Größte links der Weser. Insgesamt gibt es in Bremen nur in fünf Kirchen ein Glockenspiel oder Carillon: In St. Marien in Bremerhaven (kath.), in St. Magnus in Bremen-Nord, in der St. Martini-Kirche in der Altstadt, in der Kapelle des Großen Krankenhauses und eben in Habenhausen.


 

  Die Glocken sind in den Niederlanden bei der Fa. 'Petit und Fritsen' in Aarle- Rixtel bei Eindhoven aus reiner Glockenbronze gegossen. Die Glocken sind tonrein abgestimmt, von den drei größten Glocken C2 - D2 - E2 chromatisch bis zum G3. Die schwerste Glocke - C2 - wiegt 250 Kg, die leichteste - C4 - dagegen nur 18 Kg. Das Gesamtgewicht aller Glocken beträgt 1692 Kg.


 

  Die Glocken eines Glockenspiels sind fest installiert, sie schwingen also nicht an einem Joch wie Läuteglocken. Der Ton wird statt dessen durch Bewegung des Anschlaghammers erzeugt. Das geschieht durch einen elektromagnetischen Impuls.
Die Glocken C2 - D2 - und F2 bilden innerhalb des Glockenspiels eine Ausnahme. Sie können auch frei schwingen und bilden zusammen das Geläut, das zu den Gottesdiensten der Gemeinde einlädt.


 

 

Inschriften

Drei Glocken tragen eine Inschrift. Die größte Glocke, die Festglocke, trägt sogar zwei. Deren erste lautet: Conserva Domine Hospitium Tuae Ecclesiae. Dieses lateinische Gebet heißt übersetzt: 'Bewahre, Herr, die Herberge deiner Kirche'. Es handelt sich um eine sehr alte bremische Inschrift, die bereits im 17 . Jahrhundert das Brückentor in der Innenstadt geziert hat, und die dann bis zum 2. Weltkrieg auf einer der großen Glocken des Bremer Doms zu lesen war. Diese Worte formulieren die Bitte an Gott, er möge die Stadt Bremen als einen Ort erhalten, in dem die Kirche, und mit ihr Menschen aus aller Welt, eine Herberge oder ein Zuhause findet.

Die anderen Aufschriften beziehen sich auf die Bedeutung der einzelnen Glocken als Fest-, Trauer- oder Gebetsglocke. Alle sind dem 145. Psalm entnommen. Auf der großen Glocke findet sich folgende weitere Inschrift: 'Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewig' aus Ps. 145, 1 .
Die Glocke D2 als Trauerglocke und Totengeläut ist mit der Inschrift versehen: 'Der Herr hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind' aus Ps. 145, 14


Schließlich schmückt sich die Glocke E2 mit den Worten: 'Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewig' aus Ps. 145, 2 .

Das Glockenspiel ist drei mal täglich zu hören, jeweils um 12, 15 und 18 Uhr wird eine Melodie aus dem Evangelischen Gesangbuch oder dem reformierten Psalter gespielt. Außerdem können diverse populäre Melodien und Volkslieder gespielt werden. Die drei Glocken des Geläuts begleiten die Gemeinde bei Freud und Leid, läuten die Sonntage ein und laden zum Gottesdienst ein.

 

Hier eine kleine Hörprobe

Lobet den Herren

Die Erweiterung zum Carillon im Jahre 2011

Zum 10-jährigen Jubiläum 2010 hat es mehrere Konzerte gegeben, in denen das Habenhauser Glockenspiel mit verschiedenen Chören und Musikinstrumenten zu hören war, unter anderem bei einem Jazzkonzert im Innenhof der Kirche. Daraus entstand der Plan, aus dem Glockenspiel ein Carillon werden zu lassen. Ein Carillon ist ein echtes Musikinstrument, das nicht nur automatisch programmiert, sondern auch live sinnvoll bespielt werden kann. In einem ersten Schritt wurde dazu der Tonumfang des Glockenspiels durch sechs weitere Glocken auf 2 Oktaven erweitert. 2 Oktaven werden allgemein als Mindestgröße für ein Instrument angesehen, das auch für Live-Konzerte benutzt werden kann. Das Habenhauser Carillon ist damit, mit nunmehr 24 Glocken, nach Bremerhaven und St. Magnus vom Tonumfang nach wie vor das drittgrößte Glockenspiel in Bremen, hat jedoch weit größere, und damit tiefere Glocken vor zu weisen. 

 

 

Viele SpenderInnen und die Habenhauser Schaffergesellschaft haben innerhalb eines halben Jahres etwa € 20.000.- zusammengebracht. So konnten bereits am 17. Juni 2011 bei der Königlichen Glockengießerei Petit & Fritsen in Aarle-Rixtel bei Eindhoven sechs weitere Glocken gegossen werden. Es handelt sich dabei um die Dis2-Glocke im Fundament des Glockenspiels (ca. 150 kg, also deutlich schwerer und damit tiefer, als die größten Glocken in St. Magnus und Bremerhaven), und dann die kleineren Glocken im Anschluss an die bisher kleinste Glocke G3, also Gis3 (26 kg), A3 (24 kg), Ais3 (22 kg), B3 (20 kg) und C4 (18 kg). Für die große Glocke (€ 4.000.-) hat sich ein Einzelspender gefunden, der nicht namentlich genannt werden möchte. Ebenso haben Einzelspender die Kosten für die Glocken Gis3 (€ 1.014.-), A3 (€ 985.-) und C4 (€ 806.-) übernommen. Die Glocken Ais3 und B3 wurden durch verschiedene Spender bezahlt. Die Installationskosten für die Glocken in Höhe von etwa € 9.300.- überahm die Habenhauser Schaffergesellschaft. In die Erweiterung des Glockenspiels sind somit ausschließlich Spenden und keinerlei Kirchensteuermittel geflossen. Staatliche Zuschüsse gab es nicht.

Die neuen Glocken wurden am Freitag, 9. September 2011 von einer Delegation der Gemeinde in Aarle-Rixtel abgeholt und am selben Abend in Habenhausen mit Freibier und Blasmusik willkommen geheißen. Die offizielle Begrüssung der Glocken fand dann am Sonntag, 11.9. 2011, um 10 Uhr im Gottesdienst statt.

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