Duttenhoefers Petrus-Türen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Petrus wird gekreuzigt
Im Johannesevangelium, Kapitel 21,18 sagt Jesus zu Petrus: „Wenn du alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst.' Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. In der christlichen Tradition hat sich aus diesen Worten die Legende vom Kreuzestod des Petrus gebildet. Die Kunst hat diesen Tod oft dargestellt, berühmt ist z.B. das Bild von Caravaggio in Rom. Petrus wird dabei mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Bedeutung dieses Reliefs - auch wenn die Kreuzigung des Petrus legendär ist, so ist er auf jeden Fall einen Märtyrertod gestorben. Er, der so oft schwankend war, blieb am Ende fest und hielt stand. Er gab sein Leben, und verriet seinen Glauben nicht.

 

   

Der römische Hauptmann Cornelius und Petrus
In Apostelgeschichte 10 wird diese Geschichte erzählt. Über beiden ist ein Engel zu sehen, der ihre Begegnung veranlaßt hat und sie segnet. Etwas abseits stehen die Hausgenossen des Cornelius, die mit ihm zusammen getauft werden und den Heiligen Geist erhalten. Petrus überschreitet seine eigene religiöse Tradition, indem er einen Heiden in die Gemeinde aufnimmt. So steht dieses Relief symbolisch für die Offenheit der Kirche, über die Grenzen des Volkes und der Religion hinweg.



 

Petrus und Jesus im Garten Gethsemane
Hier gibt es viel zu sehen: Petrus mit dem Schwert in der Hand, Jesus, der sich ihm beruhigend zuwendet und ihn auffordert, das Schwert in die Scheide zu stecken. Im Hintergrund, unter Palmen, ein Mann, der sich die Hand über sein Ohr hält. Es ist ein Knecht des Hohepriesters mit Namen Malchus, der zu denen gehörte, die Jesus gefangen nahmen. Auf dem Boden liegt sein Ohr. Petrus hatte es abgeschlagen bei dem Versuch, Jesus zu retten. Die Geschichte wird u.a. berichtet im Evangelium des Johannes, Kapitel 18. Hier steht sie für die Vehemenz und den Einsatz für Jesus, aber auch für Unbesonnenheit.


 

Petrus wandelt auf dem Wasser und versinkt dann doch
(Matthäus 14,22) Im Hintergrund das Schiff, mit dem Petrus, zusammen mit den anderen Jüngern bei Sturm unterwegs gewesen war. Als sie Jesus auf dem Wasser kommen sehen, erschrecken sie fürchterlich. Petrus aber, im Übermut des Glaubens, will auf dem Wasser zu Jesus laufen. Doch als er die Wellen und den starken Wind sieht, bekommt er Angst und versinkt. Jesus aber hilft ihm auf. Dieses Relief steht für Petrus zwischen Glauben und Unglauben.

 


 

Die Verleugnung des Petrus (Matthäus 26, 69ff)
Man sieht Petrus im Hof beim Palast des Hohepriesters. Im Hintergrund der gefangene Jesus, umringt von Soldaten mit Hund, Gewehr,  Kampfstiefeln, Dolch. Einer hat die Ärmel aufgekrempelt. Petrus schaut weg. Rechts oben ein schreiendes Weib: „Du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa!'. Dreimal wird er so angesprochen, dreimal leugnet Petrus ab, Jesus zu kennen. Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören. 'Ich kenne den Menschen nicht!' Und alsbald krähte der Hahn. Diese Geschichte steht für die Bedrohung des Christen, für Angst und Furcht und Versagen.


 

Petrus mit Paulus
Petrus und die sogenannten Säulen geben Paulus auf dem Apostelkonzil in Jerusalem die Hand (Galaterbrief 2,9). Auch in der Urkirche machte die Ökumene Mühe und man verstand nicht, warum andere den Glauben ganz anders interpretieren, als man selbst. Petrus und die Apostel in Jerusalem waren sich sehr uneins mit Paulus und Barnabas, vor allem über Fragen des jüdischen Gesetzes. Man ging sich aus dem Weg und akzeptierte sich nur mit Mühe. Aber es gab doch in Jerusalem ein Zusammentreffen und eine Aussprache, bei der man sich die Hand gab. Man einigte sich, wenn auch unter Schwierigkeiten. Interessanterweise läßt Thomas Duttenhoefer auf seinem Relief Petrus und Paulus die Seiten tauschen: Petrus steht neben Barnabas (die beiden rechts), während Paulus bei Jakobus und Johannes, den Mitgliedern der Petrus-Fraktion (die drei links) steht. Duttenhoefer: Man kann sich nur dann wirklich verstehen, wenn man bereit ist, die Position des Anderen einzunehmen. Dieses Relief steht für die Ökumene und ihre Mühen.


 

Die Berufung des Petrus (Matthäus 4, 18ff)
Petrus wird von Jesus zur Nachfolge gerufen, als er gerade mit seinem Bruder Andreas zusammen Netze auswirft, denn er ist von Beruf Fischer. Jesus sagt: „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!' Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm. Interessant ist, wie Duttenhoefer aus dem Fischerboot den Türgriff gestaltet hat.

 

 

 

Die Heilung des Gelähmten vor der Tür des
Tempels (Apostelgeschichte 3)
Ein gelähmter Bettler bittet täglich um Almosen vor der Tür des Tempels. „Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, steh auf und geh umher!' Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Knöchel und Füße fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen... Interessant: Duttenhoefer hat den Gelähmten als Frau dargestellt. Seine Meinung: Frauenpower tut der Kirche not! (Duttenhoefer ist katholisch...)
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