Bericht zur Gemeindeversammlung am 22.05.2016

Hier der Bericht zur Lage der Gemeinde vom Vorsitzenden des Kirchenvorstands, Pastor Jens Lohse, auf der Gemeindeversammlung am 22.05.2016:

Gemeindeversammlung 2016, Bericht des Vorsitzenden

1. Entwicklung der Mitgliederzahlen
Unsere Gemeinde hat am 1. Januar 6.857 Mitglieder in beiden Ortsteilen gehabt. Als ich vor 3 Jahren das letzte Mal einen Bericht erstattet habe, sind es noch 7.279 gewesen, zwei Jahre zuvor noch 7.542. Wir haben also in fünf Jahren 685 Mitglieder verloren, das sind etwa 9,1 % aller Mitglieder. Die Bremische Kirche insgesamt hat in dieser Zeit einen Verlust von 20.903 Mitgliedern erlitten, das sind 9,26 %. Wir liegen demnach mit unseren Verlusten ein knappes Viertel Prozent besser, als die BEK. Im Großen und Ganzen wird man sagen können, dass die Situation in unserer Gemeinde die Situation der gesamten Bremer Kirche wiederspiegelt. Wir sind also hier eine geradezu beispielhaft durchschnittliche Gemeinde. Das ändert nichts daran, dass diese Verluste dramatisch sind. Die sogenannte „Volkskirche“ ist dabei, zu verschwinden.

Die Kirchenaustritte haben nach einer Delle vor 3 und fünf Jahren, als nur 49, bzw. 47 Personen ausgetreten waren, wieder kräftig angezogen: Von 105 Austritten im Jahre 2014 sind wir auf 80 Personen im vergangenen Jahr gekommen. 2014 haben wir also eine Zahl erreicht, wie zu den Hochzeiten der Einführung des Soli in den 1990er Jahren. In den beiden letzten Jahren sind in Arsten 98 Gemeindemitglieder und in Habenhausen 87 ausgetreten. Dass mehr Arster, als Habenhauser austreten, könnte sich durch die Neubaugebiete in Habenhausen ändern, wer ein neues Haus kauft, muss Geld sparen, da liegt ein Kirchenaustritt nahe. Im vergangenen Jahr hat es, entgegen dem langjährigen Trend, erstmals wieder mehr Austritte in Habenhausen gegeben, als in Arsten.

In den beiden vergangenen Jahren gab es insgesamt 22 Wiedereintritte in die Kirche. Per Saldo haben wir also bei den Aus- und Eintritten einen Verlust von 163 Mitgliedern zu verzeichnen. Durch die Austrittsbilanz allein lassen sich also die in der gleichen Zeit aufgetretenen Gemeindegliederverluste (269!) nicht erklären.

Schauen wir also auf die Sterbefälle! Bestattet wurden in unserer Gemeinde im Jahre 2014 86 Personen, 2015 waren es 76 Personen. Das liegt etwa im Bereich des langjährigen Trends. Getauft und damit als neue Mitglieder aufgenommen wurden 2014 68 Kinder, 2015 dagegen 57, also insgesamt 125 Kinder, knapp mehr in der Simon-Petrus-Kirche, gegenüber 162 Bestatteten. Auch das erklärt noch nicht völlig den Verlust an Mitgliedern, deutet aber auf einen demographischen Trend hin: Es werden weniger Kinder in die Kirche hinein getauft, als Alte und Kranke daraus versterben. Möglicherweise spielt auch die veränderte Altersmischung in weiten Strecken des Gemeindegebiets eine Rolle: Wo früher in einem Einfamilienhaus 3-5 Personen lebten, sind jetzt die Kinder aus dem Haus, und bleiben die alt gewordenen Eltern zurück.

2.Geistliche Aktivitäten
2.1.Amtshandlungszahlen
Wie in jedem Jahr haben die Pastoren wieder allerhand Amtshandlungen vollzogen. Geheiratet haben in unseren beiden Kirchen 5 Ehepaare. Vor 3 Jahren waren es
18 Paare gewesen. In den Jahren zuvor waren es 12, 10 2007 sind es mal 24 Paare gewesen, ansonsten liegt die Zahl zwischen 11 und 14. Wir lagen also in einem absoluten Tief.

Getauft worden sind, wie gesagt 57 Kinder, davon 17 Konfirmanden und 1 Erwachsenentaufe in der Habenhauser Osternacht. In den Jahren zuvor waren es 68, 45, 44, noch einmal 45 und im Jahre 2010, 63 Kinder und Konfirmanden gewesen, die getauft worden sind. Ein klarer Trend lässt sich nicht beobachten, aber in den beiden letzten Jahren ist die Zahl der Taufen doch wieder klar angezogen, wenn wir auch die Zahlen Mitte der 90er Jahre mit zwischen 70 und 80 Taufen jährlich augenblicklich jedenfalls nicht erreichen.

Konfirmiert wurden in beiden Kirchen insgesamt 79 Jugendliche, nach 68 im Vorjahr, sowie 86, 73 und 78 in den Jahren zuvor. Im Jahre 2010 hatten wir noch 106 Konfirmanden konfirmiert. Seitdem hat sich der Durchschnitt zwischen 75 und 80 stabilisiert. In den letzten beiden Jahren sind in der Simon-Petrus-Kirche 82, und in der St. Johannes-Kirche 65 Konfirmanden konfirmiert worden. Im langjährigen Schnitt seit 2010 ist die Zahl in etwa gleich.

2.2.Konfirmandenunterricht
Der Konfirmandenunterricht findet in beiden Ortsteilen statt. Seit Jahren ist einiges in Bewegung. Pastor Schlieper und Herr Drews unterrichten gemeinsam in beiden Ortsteilen. ich unterrichte, mit finanzieller Unterstützung der Habenhauser Schaffergesellschaft, Konfis in einem sogenannten „Musikprojekt“, das im 1. Jahr neben dem traditionellen Bibelunterricht starke Anteile von Musik enthält, an dem die Kirchenmusiker Frau Na und Falko Wermuth teilnehmen. In Arsten startet in diesem Jahr ein gänzlich neues Konfi-Projekt namens „Konfi-3“, in dem die Kinder schon ab der dritten Klasse eingebaut werden. Die erwarteten Schwierigkeiten durch den schulischen Nachmittagsunterricht haben sich, jedenfalls in meinen Gruppen nicht, wie befürchtet eingestellt.

2.3. Gottesdienste.
Die Gottesdienste finden in der Regel in beiden Kirchen parallel statt (Ausnahme: Ferien). An großen Festen, wie Pfingsten, Ostern und Weihnachten wechseln sie normalerweise zwischen Arsten und Habenhausen, so, daß in einer Kirche am 1. Festtag gefeiert wird, in der anderen am 2. Silvester und Karfreitag hat sich mittlerweile bewährt, dass in beiden Kirchen parallel Gottesdienst gefeiert wird. Der Heilige Abend erlebt in Arsten vier Gottesdienste (davon 1 auf dem Bauernhof), in Habenhausen drei. Dabei ist der Habenhauser Nachtgottesdienst um eine Stunde vorverlegt worden auf 22 Uhr. Wegen der Aktivitäten des Gospelchorleiters Falko Wermuth beim Bauernhofgottesdienst in Arsten musste der Habenhauser Hauptgottesdienst vor 2 Jahren auf 18 h verlegt werden. Das hat zu deutlich weniger Besuchern geführt. Wie es im vergangenen Jahr war, weiß ich nicht, da ich im Studiensemester war.

Im Durchschnitt liegt der Gottesdienstbesuch bei 1-2 % der Gemeindemitglieder pro Sonntag, also etwa im Schnitt, der in Bremen seit ca. 200 Jahren üblich ist. Bei den zahlreichen besonderen Gottesdiensten, etwa zu Heiligabend, Osternacht, Himmelfahrt/Pfingstmontag mit Wallfahrt und Wesertaufe, Kunterbunter Kindermorgen, Familiengottesdiensten, plattdeutschem Gottesdienst, liegt die Zahl der Gottesdienstteilnehmer z.T. erheblich höher. Seit recht langer Zeit laufen die monatlichen Jugendgottesdienste am Donnerstagabend unter dem Namen „You Go“, in denen Jugendliche, in der Regel für Konfirmanden, Gottesdienste planen und durchführen. Seit etwa 2 Jahren gibt es in der Simon-Petrus-Kirche ein neues Angebot zur Meditation am Mittwochabend, für eine halbe Stunde von 19.00 bis 19.30. Dort werden Taizélieder gesungen, Texte gelesen und, wie in Taizé auch, 10 Minuten geschwiegen. Diese Andacht wurde ein Jahr lang von J. S., danach seitdem von Katja Vahland geleitet. Zunächst kamen etwa 2-4 Personen, inzwischen können es auch schon einmal 10 oder 12 sein, die sich hier besonders angesprochen fühlen. Ich bin in der Regel immer dabei.

Im Übrigen wird über unsere Gottesdienste seit einiger Zeit diskutiert im Gottesdienstausschuss der Gemeinde. Auch an anderer Stelle, etwa in der Küsterbruderschaft oder in der Gruppe, die sich aus dem Glaubenskurs vor 4 Jahren zusammen gefunden hat, wird über den Gottesdienst, wie er ist, über seine Geschichte, seinen guten Sinn, über Wünsche, etwas zu ändern und all diese Dinge gesprochen. Beteiligen Sie sich daran! Kommen Sie und nehmen Sie teil am Gottesdienstausschuss, wenn Ihnen der Gottesdienst am Herzen liegt!

Unter der Hand wird in Verantwortung der Pastoren schon mancherlei Neues ausprobiert in den Gottesdiensten. Oft gibt es, neben der Evangelienlesung, mittlerweile zwei biblische Lesungen, nämlich das AT und die Epistel, neben dem Evangelium. Wichtig ist dabei, dass das AT häufiger zu Gehör kommt. Immerhin ist es die Bibel, so, wie sie den ersten christlichen Gemeinde vorlag! Weiterhin habe ich angefangen, ohne Talar zu predigen, nämlich im Anzug. Ich folge damit Anregungen aus vielen Freikirchen und aus der Ökumene. Bei Beerdigungen und Hochzeiten belasse ich es einstweilen beim Talar. Durch die Fahrten, die wir seit über 20 Jahren nach Taizé unternehmen, sind allerlei Einflüsse auch in unsere Gottesdienste gerutscht: Öfter werden in letzter Zeit Taizélieder gesungen, auch auf Englisch oder in anderen Sprachen. So ereignet sich Pfingsten immer wieder neu! In der Liturgie wechseln verschiedene Möglichkeiten beim Kyrie oder Gloria, so, wie das EG das möglich macht. Es ist sehr hilfreich, wenn der kleine Gottesdienstchor dabei hilft. Programmzettel für Gottesdienste sind eine Erleichterung für Leute, die sich im Ablauf des Gottesdienstes nicht zuhause fühlen. Der Gottesdienstausschuss hat neulich ausgiebig darüber diskutiert und mehrheitlich die Meinung vertreten, dass solche Programmzettel sehr sinnvoll sind. Beim Glaubensbekenntnis gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten, meist wird nach wie vor das Credo gesprochen, aber auch das Große Bekenntnis, es können aber auch Fragen und Antworten aus dem Katechismus oder einer anderen Bekenntnisschrift, wie sie das Gesangbuch vorsieht, als Bekenntnis gesprochen werden, wenn sie geeignet sind. Da mute ich der Gemeinde im Moment ein wenig Experimentieren zu, denn wenn man nicht probiert, was passt und was nicht, findet man’s nie raus und alles bleibt, wie es ist. So ist von einer Pilgerfahrt nach Taizé und dort erfolgten Besuch bei der reformierten Freikirche in Heidelberg, aus der Professor d’Assonville uns zweimal besucht hat, die Erinnerung an die traditionelle reformierte Form des Abendmahls, nämlich an einem Tisch sitzend, mitgebracht worden und wir probieren gerade aus, wie das geht. Daneben gibt es die traditionell uniierte Form des Abendmahls, im Halbkreis um den Altar stehend, und die, ebenfalls von Taizé, aber auch aus der lutherischen Ökumene (Schweden, Baltikum), übernommene Wandelkommunion. In der Regel lässt sich sagen, dass in unserer zusehends auch religiös ausdifferenzierten Gesellschaft die traditionellen herkömmlichen Formen des Gottesdienstes keine allgemeine Plausibilität mehr beanspruchen können. Ein immer kleinerer werdender Kreis von Traditionsbewussten möchte, das alles, auch liturgisch, so bleibt, wie es ist, während viele, die zwar der Kirche irgendwie nahestehen, aber z.B. mehr Ahnung von Zen-Meditation haben, als vom evangelischen Gottesdienst, aber, vor allem bei den Amtshandlungen, an unseren Gottesdiensten teilnehmen, dem „Normalgottesdienst“ fremd und oft auch gelangweilt oder verunsichert gegenüberstehen. Nach meiner Meinung sind wir einerseits durch die Ökumene angeregt, andererseits durch die religiöse und kulturelle Ausdifferenzierung der Gesellschaft gezwungen, neue Formen des Gottesdienstes aus zu probieren. Dabei müsste insbesondere die Form der Beteiligung der Gemeinde zu neuen Formen der gottesdienstlichen Kreativität führen. Der Kreis, der sich aus dem Glaubenskurs ergeben hat, arbeitet mit den Pastoren Schlieper und Schulken ebenso intensiv an neuen und zugleich Gottesdienstformen, wie ich.

2.4. Kirchenmusik.
Die Arbeit der Kantorei bildet seit Jahrzehnten das verlässliche Fundament der gottesdienstlichen und kirchlichen Musik, vor allem in Arsten, aber doch auch, z.B. bei den kunterbunten Kindermorgenden, den Schulanfängergottesdiensten u.a. in Habenhausen. Neben ihre Leiterin, Frau Mühlenweg, sind in den letzten Jahren andere KirchenmusikerInnen, teils ganz neuen, teils noch nicht klar definierten Zuschnitts getreten. Wir leben gesellschaftlich und kirchlich, in einer Epoche des Umbruchs, und das spiegelt sich naturgemäß im Bereich der Kirchenmusik wieder. Frau Na macht im Moment in Hannover ihre Ausbildung zur A-Kirchenmusikerin, nachdem sie das B-Studium in Hamburg beendet hat. Sie spielt in den Gottesdiensten, leitet den kleinen Gottesdienstchor und hat im vergangenen Jahr einen Neustart mit dem Posaunenchor unternommen, der nun erstmals die Himmelfahrtswallfahrt gestaltet hat. Zudem beteiligt sie sich am Musikprojekt mit den Konfirmanden. Ihr Schwerpunkt ist ganz klar das Orgelspiel, wo sie insbesondere im Bereich der Improvisation wunderbare Leistungen erbringt. Falko Wermuth, der neben der Leitung des Gospelchors und der Band Crossroads auch diverse Projekte begleitet, ist auf Beschluss der GV jetzt mit halbe Stelle „zur Anstellung als Popularkirchenmusiker vorgesehen“. Das Honorar von etwa € 20.000.- im Jahr muss die Gemeinde selbst aufbringen. Für das erste Jahr ist die Finanzierung schon fast gesichert.

Gaststatus in unserer Gemeinde genießen seit Längerem die „Arster“ (früher: Arster Blasmusik), die Mittwochs im Habenhauser Gemeindezentrum kostenlos proben und dafür hin und wieder einmal zu gemeindlichen Anlässen spielen, sowie die „Uni-Bigband Bremen“, die montags probt und einmal im Jahr ein Benefizkonzert gibt. Hier wird also in der Gemeinde musiziert, ohne dass es uns etwas kostet. Musikunterricht wird in den Gemeinderäumen ebenfalls erteilt.

2.5. Altenarbeit.
Die Altenarbeit hat sich in den verg. 20 Jahren völlig geändert. Zwei volle Gemeindeschwesternstellen sind seitdem, aus verschiedenen Gründen, hauptsächlich wegen der Unmöglichkeit der Refinanzierung ihrer Arbeit, mit der Pensionierung ihrer Inhaberinnen, abgewickelt worden. Augenblicklich arbeiten in diesem Bereich zwei der drei Pastoren (Lohse, Schulken), sowie Frau Villinger, die als Leiterin des Besuchsdienstkreises über die Stiftung finanziert wird. Eine Evaluation der Arbeit des Besuchsdienstkreises steht an. In Habenhausen hat die Gemeinde das große Glück, dass die ehemalige Gemeindeschwester Ursel ehrenamtlich den gesamten Bereich der Altenarbeit (Altenkreis, Tanzgruppen, Sitzgymnastik, Gesprächskreis) abdeckt. Dafür gebührt ihr großer Dank! Da aber auch Sr. Ursel, wie sie selbst versichert, nicht jünger wird, muss auf mittlere Sicht darüber nachgedacht werden, ob und wie diese Arbeit weitergehen kann.

2.6. Ziele zum Reformationsjubiläum 2017
Geplant sind Fahrten nach Mansfeld und Potsdam. Eingeladen ist Prof. Deeck aus Wittenberg zu einer Professorenpredigt um das Jubiläum herum.

3. Gesellschaftliche Aktivitäten

3.1. Johannisbrot
Auch in Arsten hat sich mittlerweile eine starke Veranstaltung etabliert, die über den Stadtteil hinaus Themen anspricht und Leute auf die Beine bringt, miteinander zu überlegen, was aktuell ansteht und nottut: Das Johannesbrot. In diesem Jahr am 19. Juni, ab 10 h in der Arster Kirche. Thema: „Fremde in der Heimat – Heimat in der Fremde - Zwischen Willkommenskultur und Alltag.“ Langsam legt sich ein wenig die Unruhe, die mit den vielen Flüchtlingen seit dem vergangenen Herbst in unser Land gekommen ist. Die Notunterkünfte leeren sich, der Druck auf die Verwaltung lässt nach. Nun tritt die eigentliche Herausforderung hervor: den vielen Fremden einen Platz in unserer Mitte zu geben und mit ihnen gemeinsam einen Weg des Miteinander zu finden. Das Gesicht unserer Gesellschaft hat sich eigentlich schon seit Jahrzehnten gewandelt, jetzt wird dieser Wandel unübersehbar: wir sind ein kulturell und religiös gemischtes Volk.

3.2. Adventsmarkt
Die Küsterbruderschaft würde gerne, aber es ist noch nicht sicher, ob das klappt!

4. Finanzen
Die Interpretation der Finanzsituation der Gemeinde ist sicherlich abhängig vom Betrachter. Der Schatzmeister Jan Molis sieht die Lage naturgemäß immer etwas skeptischer, als ein Pastor, wie ich es bin. Dennoch war er in diesem Jahr
recht gut gelaunt. Entgegen allen Erwartungen und Prognosen hat die Gemeinde mit einem leichten Plus abgeschlossen.

Es wird dennoch in den nächsten Jahren, wie schon in der Vergangenheit, eine Diskussion darüber geben, was die Gemeinde noch hauptamtlich machen will und kann, und was ehrenamtlich geleistet wird. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass in Arsten schon seit dem Weggang Ewald Stehmeiers, der Küsterdienst ehrenamtlich versehen wird. Auch der vor etwa sechs Jahren gegründeten Habenhauser Küsterbruderschaft ist Dank zu sagen für die Übernahme des gesamten Küsterdienstes in Habenhausen seit dem Weggang der hauptamtlichen Küsterin. Insgesamt hat die Küsterbruderschaft augenblicklich 11 voll motivierte und verlässliche Mitglieder. Im Büro Habenhausen gibt es am Mittwoch einen seit jeher einen Vormittag mit ehrenamtlichem Bürodienst. Diesen versieht, nun auch schon seit 3 Jahren: M. Vogel.

5. Personal.
Pastor Lohse berichtet ausführlich über die anstehenden Wechsel im Team der Mitarbeitenden und über Neueinstellungen. Aus Datenschutzgründen kann dieser Teil des Berichts hier nicht veröffentlicht werden.

6. Zwischenfazit
Ich zitiere mich jetzt einmal selbst aus meinem letzten Bericht von vor 3 Jahren:

Müssen wir nicht aufhören, auf die Mitgliederzahlen zu starren, da ohnehin in der immer mehr ausdifferenzierten und individualisierten Gesellschaft nicht mehr möglich ist, „alle“ zu erreichen? Sollen wir das Starren auf die Zahlen nicht aufgeben, weil es uns frustriert, denn wir werden definitiv nichts daran ändern, dass wir „gesund schrumpfen“? Wir können, außer durch Zuzug von Neubürgern nicht wachsen. Wir sind viel zu groß zum Wachsen. Vor uns liegt eine Zeit, in der wir kleiner werden müssen.

Eine Gemeinde mit 200 Mitgliedern gilt zum Beispiel im Bund der deutschen Baptisten als groß. Eine Gemeinde mit 2.000 Mitgliedern gilt dagegen in der bremischen Kirche als kaum überlebensfähig. Da stimmt etwas im Kern nicht. Die französisch reformierte Gemeinde in Potsdam hat 220 Mitglieder. Selbstverständlich muss eine Gemeinde mit 200 Mitgliedern voll lebensfähig sein. So ist es schließlich in der Urkirche überall gewesen.

Noch einmal: Wir werden kleiner werden, und das ist womöglich auch gut so. Es geht aber um Gestaltung dieses Schrumpfungsprozesses. Es geht um bewusstes und um qualitätvolles Kleinerwerden. Das ist ein neuer Gedanke, den wir denken müssen: Es könnte gut sein, weniger zu werden! Dabei ist allerdings eine Schwerpunktsetzung im Blick auf das, was wir noch tun wollen, dringend erforderlich, sonst machen wir uns kaputt.

7. Ausblick und Resümee
Die Gemeinde hat natürlich ihre Schwächen. Manches ist ganz bestimmt nicht so, wie es idealerweise sein könnte und sollte. Dennoch: Sie hat sich in nicht einfacher Zeit als lebendig, lebenskräftig, innovationswillig und mutig gezeigt. Ihre Finanzlage lässt, wenn man denn ein Glas auch mal „halb voll“ sein lassen mag, einen nicht allzu ängstlichen Blick in die Zukunft durchaus zu. Außerdem: „Dominus providebit – Der HERR wird für uns sorgen“

Jens Lohse, 22. Mai 2016

Site Map | Printable View | © 2008 - 2017 Kirchengemeinde Arsten-Habenhausen | Impressum