JAHRESBERICHT FÜR DIE GEMEINDEVERSAMMLUNG AM SONNTAG TRINITATIS, 18.5.2008

Der Bericht des Vorsitzenden soll die Arbeit des Kirchenvorstandes im vergangenen Jahr und in naher Zukunft nach außen tragen und damit das Gespräch zwischen Gemeindeleitung überhaupt – die grundsätzlich bei der GV liegt – und der Gemeinde zu pflegen. Es würde zu weit gehen, aus allen Arbeitsbereichen zu berichten, und die Mitarbeiter, die heute anwesend sind und mit ihrer Arbeit nicht vorkommen werden, mögen es mir nachsehen. Zusammenfassend sei aber gesagt, daß sich der Kirchenvorstand immer wieder über die enorme Einsatzbereitschaft, den Erfolg und im Augenblick auch über die Solidarität im Blick auf die anstehenden Kürzungen freut. Die Angebote für Kinder, die Kinderchöre, die Kindergärten, die Spielkreise, genauso aber auch die Altenarbeit finden ungeschmälert eine große Resonanz. Die Jugendarbeit ist auf einem guten Weg. In den Büros und im Hausmeister- und Küsterbereich wird mit enormem Einsatz für die Gemeinde gearbeitet. Dazu kommt die große Zahl der Ehrenamtlichen, die hier unermüdlich Zeit und Geld lassen. Beiden, den Haupt- und den Ehrenamtlichen, sei an dieser Stelle für den KV und damit für die Gemeinde insgesamt ausdrücklich Danke! gesagt.

Mitgliederentwicklung – Amtshandlungen
 Die Gemeinde hat im letzten Jahr überdurchschnittlich viele Glieder verloren. Waren es zu Jahresbeginn 2007 noch knapp 8.000, sind wir mit den letzten Zahlen vom April 2008 um beinahe 200 auf 7.806 gefallen. Diese Entwicklung kann eigentlich nur durch Wegzüge erklärt werden. Wir hatten mit 51 Taufen sieben Taufen mehr als im Vorjahr und nur 58 Beerdigungen gegenüber 85 im Jahr 2006. Auch die Austritte sind leicht zurückgegangen (2006: 50; 2007: 47), während die Eintritte leicht zugenommen haben (2006:13; 2007: 19). Das sind per Saldo 105 (2006: 135) Verluste und 70 Zugewinne (2006: 57), also insgesamt 35 Gemeindelieder weniger (2006: 88; 2005: 59). Demnach sind etwa 150 Menschen aus der Gemeinde verzogen, sofern nicht irgendwelche statistischen Bereinigungen vorgenommen worden sind.
An dieser Stelle auch gleich noch Zahlen zu den übrigen Amtshandlungen: mit 96 hatten wir etwas weniger Konfirmationen als in den Vorjahren (2005: 110; 2006: 112), bei den Trauungen gab allerdings es eine Verdopplung: 2005:12; 2006: 11; 2007: 24.
 
Personalentwicklung
Mit Beginn des kommenden Jahres greifen die Personalkürzungen, die die Bremische Evangelische Kirche allen Diensten und Gemeinden auferlegt hat. Im vergangenen Jahr hat der KV in Absprache mit den betroffenen Mitarbeitern und mit der Mitarbeitervertretung ein Konzept zur Umsetzung dieser Kürzungen erarbeitet. Danach werden abgesehen von der Streichung der Stelle von Schwester Brigitte von diesen Kürzungen folgende Mitarbeiter und Arbeitsbe-reiche betroffen sein [Punktesystem]
- Frau St. Luce wird auf einen ihrer insgesamt neun Personalpunkte verzichten.
- Frau Heukrodt wird auf einen Punkt im Büro Habenhausen verzichten, d.h. auf ein Drittel ihrer Arbeitszeit
- Im Hausmeister- und Küsterbereich fallen die zwei Punkte weg, die uns bisher für die Stelle von Frau Siemer noch zustanden, das ist ein Viertel des bisherigen Stundenkontingents.

Dieses Konzept muß nun mit Leben gefüllt werden.
V.a. für den Bürobereich zeichnen sich Lösungen ab. Das Dienstpensum von Frau Heukrodt wird entsprechend ihrer Stundenzahl gekürzt, nicht aber die Öffnungszeiten des Büros in Habenhausen, weil Frau Buschmann ihre Bereitschaft signalisiert hat, die entstehende Lücke zu füllen. Die Erreichbarkeit der Gemeinde über die Büros bleibt wichtig!
Im Blick auf die Hausmeister- und Küstertätigkeit ist absehbar, daß Frau Heinze einen Teil ihrer Arbeitszeit nach Arsten verlagern wird. Das einzelne ist aber noch zu klären. Insgesamt sei aber an dieser Stelle schon einmal deutlich gemacht, daß wir in diesem Bereich auf die Mitarbeit aller angewiesen sind, beim Räumen vor und nach Veranstaltungen, beim Fensterputzen und zumal hier in Arsten bei der Pflege der riesigen Gartenanlagen.
Besonders schwer fällt uns die Kürzung der Arbeit von Frau St. Luce. An sich müßten hier Angebote nicht zurückgeführt, sondern erweitert werden, weil der Andrang der Kinder in ihren drei Gruppen so groß ist (ungeachtet der Ausweitung des Schulunterrichtes auf den Nachmittag!).

Es ist allerdings auf zwei Unsicherheitsfaktoren hinzuweisen:
1. Zwei der zu kürzenden Personalpunkte hoffen wir gegenwärtig noch aus dem Kirchhofs-haushalt bzw. aus dem Vermögen der Gemeinde bezahlen zu können: der eine Punkt für die Buchhaltung, der andere für die Hausmeister- und Küstertätigkeit. Es ist aber fraglich, ob der Kirchhof hinreichend Gewinn abwirft, dazu unten noch ein paar weitere Hinweise.
2. Die Mitgliederentwicklung der Gemeinde wird uns voraussichtlich noch weitere Sparzwänge auferlegen. Mit jedem Hundert verlieren wir im Schnitt auch einen Personal-punkt, der uns nicht mehr aus dem Gesamthaushalt der Bremischen Kirche zugewiesen wird. Darum: Leute, sprecht über das Thema Kirchenaustritt und Kirchenwiedereintritt! Ermutigt die, die schon überlegt haben, wiederzukommen. Kämpft mit denen, die überlegen, rauszugehen. Sagt den Leuten, was daran hängt! Ein entsprechender Artikel wird jetzt auch im Gemeindeblatt erscheinen.

Finanzen der Gemeinde
Der Haushalt der Gemeinde hat das Wirtschaftsjahr 2007 mit einem Überschuß von 33.000 € abgeschlossen. Die Sparbemühungen der Gemeinde fruchten also, hinzu kommt ein gestiegenes Zinsniveau, das uns unerwartet hohe Renditen auf unseren Kapitalbesitz beschert hat.
Für das laufende Jahr ist nun zwar von einem Verlust auszugehen. Er erklärt sich allerdings durch einmalige Investitionen: 40.000 € stellt die Gemeinde für die Gründung der Stiftung zu Verfügung, außerdem fallen Gebühren für die professionelle Vermögensverwaltung durch die Sparkasse Bremen an, in die wir mit Beschluß des KV nun eingetreten sind, um die Kapitalerträge der Gemeinde zu verbessern.
Der Kirchhof hat das letzte Jahr mit einem großen Verlust abgeschlossen, der sich allerdings v.a. aus den Ausgaben für die Sanierung der Kirchhofsmauer und der Kirchhofswege erklärt. Allerdings ist auch ein Rückgang der Einnahmen zu verzeichnen, denn wir hatten weniger Beisetzungen, insbesondere weniger Erdbeisetzungen, und auch weniger Grabverlängerungen. Dabei spielt auch die gegenwärtig geringe Sterberate eine Rolle. Es muß daher damit gerechnet werden, daß der Kirchhof in den nächsten Jahren bestenfalls ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaften kann. Der KV hat den Kirchhofsausschuß beauftragt, über Möglichkeiten der Verbesserung der Situation nachzudenken. Grundsätzlich hatte die GV schon vor längerer Zeitung beschlossen, daß der Kirchhof zur Finanzierung gemeindlicher Aufgaben herangezogen werden soll.
 
Grundstücksverkäufe
Für die Handlungsfähigkeit der Gemeinde bleibt eine Erhöhung der Eigenmittel, sprich der Zinserträge aus Kapitalbesitz wesentlich, gerade angesichts einer fallenden Mitgliederentwicklung, die sich allenfalls ganz am Rande auf den Arbeitsumfang der Gemeinde auswirkt. Darum hat die GV beschlossen, zur Veräußerung der noch im Gemeindebesitz befindlichen Grundstücke zu schreiten. Ein Kaufvertrag bzgl. der Flächen an der Arster Landstraße ist im April unterzeichnet worden. Hier können wir mit Einnahmen von etwa 380.000 € rechnen. 
Außerdem sollen nun auch die Weiden Auf den langen Ackern und Auf dem Arster Kampe an die Stadtgemeinde verkauft werden. Dort ist jetzt ein Preis von knapp 90.000 € im Ge-spräch. Somit kämen wir auf ca. 450.000 €, die dem Finanzkapital der Gemeinde zugeführt und aus deren Erträgen ihre Aufgaben finanziert werden können, also etwa 13.000 € pro Jahr. 
Der Verkauf des Grundstückes am Korbhauser Weg an die Tanzschule Leyhausen, der im Juli 2007 von der GV genehmigt worden ist, liegt bis auf weiteres auf Eis. Die Gemeinde wird sich um andere Verwendungen des Grundstücks bemühen müssen.

Stiftung
Die Stiftung Ev. Kirchengemeinde Arsten-Habenhausen ist von den zuständigen Stellen des Senates und der Bremischen Evangelischen Kirche nun als gemeinnützige Stiftung anerkannt. Das Gründungskapital beträgt 60.000 €. Dieses Kapital ist natürlich noch zu ergänzen. Das von uns angepeilte Ziel der Finanzierung eines geringfügigen Anstellungsverhältnisses von Schwester Brigitte für die Fortsetzung ihrer Besuchsarbeit verlangt im Grunde genommen eine Grundausstattung von knapp 200.000 €. Wir werden darum weitere Benefizveranstaltungen organisieren, die nächste im September des Jahres. V.a. aber soll das Stiftungscafé in der Sommersaison fortgesetzt werden. In diesem Jahr beginnen wir mit dem 22. Juni und schließen am 31. August. Am 29. August soll es in Arsten eine kleines Fest geben, um die Gründung der Stiftung zu begehen.
Ein Flyer wird der nächsten Ausgabe des Gemeindeblattes beigelegt und so auf die Stiftung noch einmal aufmerksam gemacht. Bitte nehmt Euch alle der Sache an! Macht Mut, Geburts-tagsfeiern oder auch Trauerfeiern zum Spendenaufruf zu nutzen. Guckt, ob Ihr von Eurem Erbe ein Stück für das Gemeinwohl abtreten könnt. Hier geht es um die Zukunft der Gemeinde, zunächst des für die Volkskirche kaum zu hoch zu veranschlagenden Besuchsdienstes.
Ich will aber die Bedeutung gerade des Stiftungscafés für die Gemeinde nicht nur aus finanzieller Sicht noch einmal betonen. Das Café ist ein wichtiges Signal der Öffnung nach außen. Ich hoffe, daß wir in diesem Jahr auch verstärkt jüngere Besucher gewinnen können, deshalb haben wir uns nach kontroverser Debatte gerade mit den Älteren in der Gemeinde entschlos-sen, im Alten Pfarrgarten zu bleiben und nur bei schlechtem Wetter ins Gemeindehaus umzu-ziehen. Zu danken ist allen, die sich wieder so bereitwillig zur Mitarbeit gemeldet haben. Ich mache aber an dieser Stelle auch darauf aufmerksam, daß wir noch starke Männer oder auch Frauen benötigen, die am Anfang gegen 13 Uhr 30 die Tische im Garten aufstellen. Bitte meldet Euch im Arster Büro und tragt Euch in die Listen ein! Die Sache dauert immer nur eine halbe Stunde, und wir können den Aufbau nicht den Frauen aufhalsen, die dort den ganzen Nachmittag Dienst tun!
Abschließend sei zur Stiftung gesagt, daß die Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwerbung beim Stiftungsausschuß der GV verbleiben soll, auch wenn jetzt der Vorstand der Stiftung ein erstes Mal zusammentreten und seine Arbeit aufnehmen wird. Er verfügt nicht über die per-sonellen Kapazitäten, neben der Verwaltung der Stiftung auch die „Promotion“ zu überneh-men. Andererseits sichert die Anbindung an die GV eine hohe Vernetzung mit der Gemeinde, an der mir grundsätzlich sehr gelegen ist.

Gebäude und Gärten
Hier in Arsten ist von einigen Bauvorhaben zu berichten.
1. Die Wohnung von Frau Mühlenweg wird in das Gemeindehaus integriert und entspre-chend hergerichtet. Es entstehen zwei Büroräume für Frau Mühlenweg und Schw. Brigitte sowie für Pastor Schlieper und Frau Buschmann als verw. Kirchenvorsteherin, außerdem ein Probenraum für die Kirchenmusik, insbesondere für den Kinderchor. Die Finanzierung übernimmt die Bremische Kirche, allerdings werden geringe Kosten für Mobiliar anfallen.
2. Die Gartengestaltung in Arsten hat nun erkennbare Formen angenommen. Der vordere Teil des Gartens ist nach den Plänen eines Gartenbauarchitekten neu angelegt worden. Noch sieht alles ein bißchen mickerig aus, aber die Pflanzen müssen sich eben erst ent-wickeln. Auch der Rasen ist jetzt gesät worden. Insgesamt konnten die Kosten durch er-heblichen Einsatz von Ehrenamtlichen geringgehalten werden. Sie belaufen sich etwa 2.000 €.
3. Zögerlicher war ich zunächst bei der Instandsetzung des Laubenganges. Wir haben ja schon im vergangenen Jahr den hohen Baumbewuchs am Korbhauser Weg entfernt, der für die Hauptschäden an dieser Seite verantwortlich war. Grundlage war die Zusage der Landesdenkmalpflege für eine weitgehende Kostenübernahme der Neupflanzung. Allerdings haben wir dann festgestellt, daß nur ein Teil des Laubenganges auf das 18. Jhd. zurückgeht. Nun ist mit der Landesdenkmalpflege und mit der Bremischen Kirche eine Drittelung der Kosten vereinbart worden. Zunächst muß ein Gutachten durch das angese-hene Gartenarchitekturbüro Müller-Glassl erstellt werden, das mit 3.000 € zu Buche schlägt. Die Kosten für die Neuanpflanzung selbst sind noch nicht abzusehen. – Wie gesagt: Ich war zögerlich angesichts der großen Herausforderungen bzgl. der Personalausstattung der Gemeinde. Dennoch habe ich die Initiative von Herrn Kniemeyer begrüßt. Er verfügt über sehr hilfreiche Kontakte sowohl zum Denkmalschutz als auch zu genanntem Gartenbau-Büro. Mir schien, wir sollten die Gelegenheit ergreifen, die sich gerade jetzt an dieser Stelle bot. Bei der Wiederaufforstung selbst werden wir uns um weitere Drittmittel bemühen und im übrigen die Sache strecken, um die Aufwendungen für die Gemeinde gering zu halten.
4. Schließlich die Kirche: Es hat nun endlich Entscheidungen gegeben. Die Kirche wird in diesem Sommer ausgeschachtet, von außen versiegelt und mit einer Drainage umgeben, die den Feuchtigkeitszufluß an das Mauerwerk reduzieren soll. Ein großes Problem stellen nun die Heizkörper in der Kirche dar, die für die häßlichen Ausblühungen verantwortlich sind. Wahrscheinlich werden sie durch neue Radiatoren ersetzt und die Rundbögen ver-schalt, um die Austrocknung samt den Ausblühungen zu verhindern, zumindest zu reduzieren. Vollständig ist die Feuchtigkeit nicht mehr aus der Kirche herauszubekommen.

Jugendhaus
Die Nutzung des Jugendhauses ist nach wie vor unbefriedigend. Es gibt einzelne Jugendgruppen und im hinteren Teil den Spielkreis für die Zweijährigen. Ein Antrag auf Einrichtung einer Gruppe für acht 0-3 jährige Kinder ist von der Behörde ein weiteres Mal abgelehnt worden. Da die Politik in dieser Sache allerdings weiter unter Druck steht und weiter Druck macht, haben wir Hoffnung, mit einem neuerlichen Antrag für das Jahr 2009/10 Erfolg zu haben. Damit wäre der hintere Teil des Hauses tagsüber vollständig belegt. 
Im Sommer plant Pastor Schlieper, mit Jugendlichen eine Entrümpelung des Hauses durchzuführen, für die er um die Mithilfe der Gemeinde bittet. Ich gehe bis auf weiteres davon aus, daß wir in den kommenden Jahren eine verstärkte Nutzung des vorderen Teils durch die Jugendarbeit haben werden.

Besuchs- und Altenarbeit
 Wie gesagt steht dieser wesentliche Lebensbereich der Gemeinde mit dem kommenden Jahr vor der größten personellen Veränderung. Der Diakonie-Ausschuß der GV tagt z.Zt. verstärkt, um die Gemeinde auf diese Entwicklung vorzubereiten, und wird zum Ende des Jahres ein Konzept in die Gemeindevertretung einbringen. Gegenwärtig planen wir im Ausschuß eine Umfrage, mit der wir uns an die 55-70-Jährigen in der Gemeinde wenden wollen, um ihr In-teresse an den Angeboten der Gemeinde sowie ihre Bereitschaft in Erfahrung zu bringen, sich bei uns verstärkt zu engagieren. Schw. Brigitte leistet im übrigen hervorragende Arbeit, Ehrenamtliche zu gewinnen, die ihre Rolle in den Kreisen übernehmen können.
Für die Besuchsarbeit hoffen wir die Kontinuität wahren zu können, indem wir Schw. Brigitte im geringen Umfang bei der Stiftung anstellen. Sie wird also weiter den Besuchsdienstkreis betreuen und selbst Besuche übernehmen. Der Telefondienst muß natürlich eingeschränkt werden. Soweit die Stiftung aus ihren Kapitalerträgen die Mittel für diese Konstruktion noch nicht bereithalten kann, müssen entweder Spenden eingeworben werden, die direkt wieder ausgezahlt werden, oder aber die Gemeinde muß die entsprechende Lücke aus der Sonderwirtschaft füllen.

Ökumene-Arbeit
Der Ökumene-Ausschuß hat nach Jahren endlich ein Konzept für die internationalen Kontakte der Gemeinde nach Polen, zur Kindertagesstätte Casa Belén in Peru und über die Kindernothilfe erstellt. Es enthält eine Sichtung der gegenwärtigen Situation, Festlegungen zu den Zuständigkeiten in der Gemeinde und Anregungen, wie die Kontakte besser als bisher im Gemeindeleben sichtbar werden können. Auf Einzelheiten will ich aber noch nicht eingehen, nur den Merkposten festhalten, daß wir als immer noch sehr starke, auch finanzstarke Gemeinde an dieser Stelle nicht nachlassen dürfen, u.zw. nicht obwohl, sondern gerade weil wir bei uns selbst vor größeren Schwierigkeiten stehen. Wir dürfen uns von einer bewußten Wahrnehmung dieses Arbeitsfeldes Impulse für das Leben als christliche Gemeinde überhaupt versprechen. Dafür gibt es in der früheren und in der jüngeren Vergangenheit im Blick auf die Polen-Partnerschaft Belege genug (Besuche). Ich bitte alle darum, dies auch nach außen lautstark zu vertreten!

Öffentlichkeitsarbeit 
Schon seit längerem arbeitet der Öffentlichkeitsausschuß an einem neuen Erscheinungsbild unseres Gemeindeblattes und überhaupt an einem Vorschlag für ein neues öffentliches Erscheinungsbild aller Gemeindepublikationen, den eine Grafik- und Design-Agentur der Gemeinde gemacht hat. Die Hoffnungen, die Kosten für ein solches Vorhaben durch verstärkten Einsatz von Werbung im Gemeindeblatt wieder hereinzuholen, haben sich nach Gesprächen mit dem Schünemann-Verlag allerdings wieder zerschlagen. Der Ausschuß wird nun weiter beraten, auch im Austausch mit dem Zeitungsteam und den Legekreisen für das Gemeindeblatt und beizeiten einen Vorschlag in die Gremien einbringen.

Professorenpredigt
Der Kirchenvorstand hat auf Anregung von uns Pastoren beschlossen, daß einmal im Jahr eine Professorenpredigt stattfinden soll. Wir wollen einen akademischen Lehrer einladen, auf unserer Kanzel zu predigen und sich in der einen oder anderen Form für das Gespräch mit der Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Wir möchten auf diese Weise das gottesdienstliche Leben bereichern und den oft vernachlässigten Kontakt zwischen der Universität und der Kirche, der wissenschaftlichen Theologie und der Verkündigung pflegen. Für dieses Jahr ist die Professorenpredigt für den 21. September geplant.

Große Veranstaltungen des kommenden Jahres
Deutscher Evangelischer Kirchentag: Das kommende Jahr wird für uns wesentlich bestimmt sein durch den Dt. Evang. Kirchentag. Für Habenhausen ist geplant, das Plattdeutsche Zentrum zu gewinnen. Ich hatte mich darum bemüht, das Kinderzentrum nach Arsten zu holen. Auf die Verteilung der einzelnen Veranstaltungen auf die Veranstaltungsorte haben wir allerdings wenig Einfluß, und wahrscheinlich sind wir dafür zu klein und zu weit vom Stadtzentrum entfernt. Es sieht im Moment danach aus, daß wir Arster uns auf die Gastgeberrolle werden beschränken müssen, also Anlaufpunkt für Menschen sein, die in der Arster Schule übernachten. Abgesehen davon ist Besuch aus Polen schon abgesprochen.
Kindertag: Die Pastoren und die Leiterinnen unserer Kindergärten haben zusammengesessen und beraten, wie das große Reservoir dieser Einrichtungen noch besser zur Gemeinde geöffnet werden kann. In diesem Sinn haben wir für das kommende Jahr einen Kindertag ins Auge gefaßt, bei dem die Aktivitäten der Gemeinde für Kinder konzentriert in die Öffentlichkeit getragen werden sollen.
Jubiläum Gemeindehaus Arsten: 2009 feiert das Gemeindehaus in Arsten seinen 50. Geburtstag. Das Jubiläum wäre am Trinitatissonntag zu begehen, das ist der 7. Juni. Hierzu plane ich, im Herbst eine Arbeitsgruppe einzuberufen, die die Planung dieses Ereignisses in die Hände nimmt. Wir sollten an diesem Termin trotz der zeitlichen Nähe zum Kirchentag nicht vorbeigehen.

Träume
Dem KV ist die Verwaltung der Gemeinde anvertraut. Damit spricht auch der Rechenschaftsbericht die trockene Sprache der Verwaltung. Ich will zum Schluß deutlich machen, daß es neben all den kleinen Baustellen unserer Gemeinde auch inhaltliche Herausforderungen gibt, die anzugehen wichtig und lohnend ist:
1. Wir steht es um den Gottesdienst am Sonntag? Kann die Schriftbindung der Predigt durchgehalten werden oder braucht und verträgt das Christus-Zeugnis die Installierung thematischer Gottesdienste neben dem normalen Sonntagsgottesdienst? Und: müssen wir im gottesdienstlichen Leben im Blick auf Form und Musik den Anschluß an die Tradition evangelischer Kirchenmusik und evangelischen Choralgesangs wahren? Beides: vor allem der Schrift-, aber auch der formale und kirchenmusikalische Traditionsbezug scheinen mir bis auf weiteres indiskutabel. Aber ich mag mich mit dem Versagen unseres Gottesdienstes auch nicht abfinden, neue Menschen zu locken. Lassen Sie uns darüber das Gespräch führen.
2. Diakonische Gemeinde - Engagement in der Problemzone Martin-Buber-Straße: Hat die Kirchengemeinde als Leib ihres gekreuzigten Herrn Jesus Christus den Auftrag, in der sozialen Problemzone an der Martin-Buber-Straße Flagge zu zeigen? Ich weiß das noch nicht, werde es aber prüfen und bitte um Hinweise und Anregungen aus der Gemeinde.
3. Auseinandersetzung zwischen reformatorisch-volkskirchlicher und evangelikal-freikirchlicher Theologie: Sie alle wissen um die Paulus-Gemeinde und überhaupt um die Bedeutung evangelikaler Gemeinden in unserem Umfeld. Unsere Gemeinde steht auf reformatorisch-volkskirchlicher Grundlage und damit in kritischer Distanz zur Bekehrungstheologie der Freikirchen. Immer wieder werde ich gefragt und frage ich mich selbst und andere, woher der Erfolg der Freikirchen rührt und wie er zu bewerten ist. Woran es aber deutlich mangelt, ist eine inhaltliche, nicht bloß strategisch-taktische Auseinandersetzung mit diesen Gemeinden – vorurteilsfrei, ohne Besserwisserei, aber auch bereit zum kritischen Wort. Der Mangel an solcher inhaltlichen Auseinandersetzung, also an Streit um die Frage: Was glauben wir? schreit für mein Empfinden zum Himmel. Ich fände es schön, die Paulus-Gemeinde oder die Pfingstler-Gemeinde Am Mohrenshof einzuladen zu einer Veranstaltungsreihe mit kontrovers besetzten Podien, um diesem Mangel abzuhelfen.

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