Kunstwerke

Die Werke Thomas Duttenhoefers

 

  1950 geboren in Speyer
  1967-69 Studium an der Werkkunstschule in Wiesbaden
  1969-72 Studium der Bildhauerei an der Fachhochschule für Gestaltung Wiesbaden
  1971-72 Studienreisen durch Europa, Marokko und Ägypten
  1973-74 Zivildienst in einem Wiesbadener Altenpflegeheim
  1974-75 Stipendium des DAAD für London
  1975 Gastlehrer am Goldsmith- College der Universität London.
  1976 Mitglied der Neuen Darmstädter Sezession
  Ab 1976 Unterrichtstätigkeit an der Fachhochschule in Wiesbaden.
  1979 Übersiedlung nach Darmstadt.
  1980-82 Lehrauftrag für Plastisches Gestalten und figürliches Zeichnen FH Mainz
  1984 Lehrauftrag an der Universität Mainz
  1988 Italienstipendium, Olevano Romano
  1990-93 Studienreisen nach Andalusien
  Seit 1995 Professur an der Fachhochschule Trier

Diese Werke Thomas Duttenhoefers stellen wir Ihnen auf dieser Seite vor:

 

Das Altarkreuz

 

  In der Kirche befindet sich ein großes Altarkreuz, das Thomas Duttenhoefer 1997 für die Gemeinde geschaffen hat. Es ist aus Eisen (dem bescheidenen Material) gefertigt und lehnt hinter dem Altar an der östlichen Wand der Apsis.

Bei einer Höhe von 3, 27 m ist es 1, 55m breit. Seine warme Tönung hat es vom Edelrost, der das Werk überzieht.

 

 

  Thomas Duttenhoefer hat ein expressives Kreuz geschaffen, das bei Betrachtung aus der Nähe zeigt, wie Christus gemartert, gefoltert, geschlagen, seine Haut und sein Fleisch aufgerissen sind durch brutale Gewalt. Er ist geradezu eins geworden mit dem Kreuz, dessen Balken seine eigene Kraft und Schwere verliert und eingeht in den Leib Christi und mit ihm zusammen in ein Bild von Schmerz und Leid verwandelt wird.


 

     Der Herzarm ist ausgestreckt über den Querbalken. Die Hand weist nach oben, zum Himmel, zum Vater, auf seine eigene Herkunft und Zukunft. Das Ohr ist ausgerichtet auf uns und unsere Gebete.


 

  Verhüllt ist sein Angesicht. Deutlich erkennbar ist die Struktur des Tuches, das über sein Gesicht gelegt ist. Wir wissen aus dem Johannesevangelium vom Tuch, das den Kopf des toten Jesus bedeckt. Jesus war wirklich tot. Und gerade dieses Tuch wird zum wesentlichen Indiz seiner Auferstehung. Simon Petrus und der Jünger, den Jesus liebhatte fanden es fein säuberlich zusammengelegt im leeren Grab. Nie hätten Grabräuber so viel Zeit gehabt, das Tuch abzunehmen oder gar zusammenzulegen.

Um beim Tuch zu bleiben: Uns Protestanten, den Reformierten zumal, ist die Abbildung Gottes untersagt. Weder Bilder noch Namen können Gott fassen. Deshalb darf im Alten Testament der Name Gottes nur umschrieben werden. Nun hat die Kirche bei Bildern Christi immer die Erläuterung gegeben: Man bilde ihn nicht nach seiner göttlichen, sondern nach seiner menschlichen Natur ab. Aber das kann man doch gar nicht trennen. Christus ist immer wahrer Gott und wahrer Mensch, erst recht am Kreuz.

 

  Dies Tuch über dem Gesicht Jesu bewahrt den Betrachter, sich ein allzu klares, allzu einfaches, allzu glattes Bild von Jesus zu machen. Er wahrt sein Geheimnis. Vielleicht muß man auch anmerken, dass das verhüllte Antlitz die einzige Möglichkeit ist, heutzutage überhaupt noch einen Christus abzubilden, nach dem unsäglichen Jesus-Kitsch in Bildern und Filmen, der uns den blonden, blauäugigen, bärtigen Heroen in´s Hirn gebrannt hat. Dagegen kann man auch nicht einfach einen anderen Jesus setzen. Da ist Verhüllung wichtig.

Im Betrachten des Kreuzes haben Menschen von jeher nicht nur den Herrn, sondern auch den elenden Menschen gesehen. Den, der leidet. Der Betrachter/ die Betrachterin kann seine Bilder von Leidenden, Sterbenden, Toten, die er kennt, mitbringen und wissen, dass sich ihr Antlitz unter diesem Tuch verbirgt.

Die Kanzel

 


  Ebenfalls aus mit Edelrost überzogenem Eisen, nimmt sie das Thema auf, das der Name der Kirche vorgibt: Simon- Petrus. Ihn hat Jesus als Ersten zu dem gemacht, was auch seine Nachfolger sein sollen: Zum Menschenfischer. Die Netzstruktur an der Kanzel weist darauf hin. Man kann es anfassen und berühren: Das Netz, mit dem Menschen gefangen werden sollen, ist etwas sinnliches. Dabei wölbt sich die Kanzel in Richtung auf die Gemeinde hinein wie der Bug eines Schiffes. Sie bricht aus aus Gradheit und Glätte, als ob sie dynamisch unter die Leute wollte und versinnbildlicht so das Evangelium, das nicht für sich bleiben kann.. Kein Thron, diese Kanzel, kein Ort, von dem herabgepredigt wird, aber doch auch sich selbst wichtig nehmend. Keine Spielerei, sondern Dynamik und Festigkeit in einem.

Die Pieta

  Diese 20 cm hohe Figur ist der Gemeinde vom Künstler im Jahr 2001 geschenkt worden. Wie Kreuz und Kanzel aus Eisen gegossen und mit Edelrost überzogen steht sie neben dem südlichen Eingang der Kirche vom Foyer her auf einer einfachen Unterlage aus Eisenblech. Das alte katholische Motiv der Mutter Jesu, die nach der Kreuzabnahme ihren toten Sohn beweint, hat so Eingang in eine evangelische Kirche gefunden. Jesus liegt ausgestreckt, mit deutlich erkennbaren Wundmalen an den Fußknöcheln, auf dem Schoß Mariens, die sich bergend- mütterlich über ihn beugt. So wird die Pieta dem Betrachter zum Sinnbild der Hoffnung, dass im Tode noch der Tote in Gottes Fürsorge aufgehoben ist. Gottes mütterliche Seite erschließt sich, dem Anbetenden zum Trost. Wieder hat Duttenhoefer mit dem verhüllten Antlitz gearbeitet: Das Gesicht der Mutter Gottes ist verborgen.
Site Map | Printable View | © 2008 - 2017 Kirchengemeinde Arsten-Habenhausen | Impressum